Weltkulturerbe
Insgesamt 730 Kultur- und Naturstätten in 125 Ländern stehen unter dem besonderen Schutz der Internationalen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes folgt strengen Kriterien, die in der 1972 von der UNESCO verabschiedeten Konvention festgelegt sind. In Deutschland gibt es 27 UNESCO-Welterbestätten (Stand2003).
Die Liste im Rheinland (Territorium der „Rheinprovinz“) :
Trier
Die Römerbauten, der Dom und die Liebfrauenkirche. Trier, die älteste Stadt
Deutschlands, wurde im Jahre 16 v. Chr. als "Augusta Treverorum" von den
Römern unter Kaiser Augustus gegründet. Die Römerbauten und die aus ihren
Ruinen erwachsenen, von ihnen nicht zu trennenden christlichen
Nachfolgebauten, wurden 1986 gemeinsam in die Liste des Welterbes
aufgenommen.
Weltkulturerbe der Menschheit

Starten Sie Ihre Weltkultour am besten an der Porta Nigra, dem ältesten
römischen Stadttor nördlich der Alpen. Weiter geht's zum Dom, der
Bischofskirche mit drei Krypten, Kreuzgang und Domschatzkammer. Gleich
daneben steht die früheste gotische Kirche in Deutschland, die im 13.
Jahrhundert erbaute Liebfrauenkirche. Anschließend beeindrucken die Ausmaße
der Basilika, der ehemalige Thronsaal von Kaiser Konstantin ist der größte
Einzelraum aus der Antike. Weiter geht es zu den Kaiserthermen, die im 4.
Jahrhundert zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches gehörten. Etwa
500 m von den Kaiserthermen entfernt erstreckt sich das Amphitheater, früher
Schauplatz für Gladiatoren- und Tierkämpfe. Über die Südallee Richtung Mosel
gelangt man zu den Barbarathermen und schließlich zur Römerbrücke, dem
ältesten römischen Brückenbau nördlich der Alpen. Die Geburtsstadt von Karl
Marx hält auch noch dessen Geburtshaus in Ehren- sehr zu empfehlen.
Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal
Das "jüngste" rheinland-pfälzische Erbe der Menschheit: Im Juni 2002 wurde
die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal vom Welterbekomitee der UNESCO in
die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Damit wird die Einzigartigkeit
gewürdigt, in der hier Kultur und Natur, Geschichte und Mythos auf
faszinierende Weise zusammenwirken. Das Obere Mittelrheintal umfasst den
südlichen, rund 65 km langen Abschnitt von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz.

Jahrhunderte alte Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit
Das Obere Mittelrheintal genießt eine herausragende historische Bedeutung
aufgrund der weltweit höchsten Burgendichte. Prägend ist auch das typische
Landschaftsbild, das sich durch den Steillagenweinbau ergibt. Einzig in
diesem klimatisch bevorzugten Raum sind Flora und Fauna, wie sie sonst nur
im Mittelmeerraum und im Südosten Europas zu finden sind. Zentral ist die
Funktion des Rheins als Verkehrs- und Wirtschaftsachse Europas. Und
schließlich ist es der mythologisch-geistesgeschichtliche Hintergrund, der
im Begriff der Rheinromantik seinen Ausdruck findet.
(Ab Mitte 2003 an der Fahrkartenausgabe erhältlich: Broschüre "Per Fahrrad
durch’s Weltkulturerbe".)
Das erste Weltkulturerbe in Deutschland:
Aachen: Der Dom
Der Bau eines »Neuen Roms« - diesen Traum wollte Karl der Große
verwirklichen, als er um 786 mit dem Bau seiner Pfalzkapelle im
heutigen Aachen begann. Damit legte er den Grundstein zu einem der
bedeutendsten Bauwerke Europas.
Der Dom erhielt seine heutige Gestalt im Verlauf einer mehr als
tausendjährigen Geschichte. Kernstück des Aachener Domes ist die ehemalige
Pfalzkapelle Karls des Großen -
zur Zeit ihrer Entstehung der größte Kuppelbau nördlich der Alpen.
Ihr faszinierender Bau mit antiken, byzantinischen und germanisch -
fränkischen Elementen ist die Keimzelle eines monumentalen Bauwerkes von
größter Bedeutung: 600 Jahre lang, von 936 bis 1531, war der Aachener Dom
die Krönungskirche für 30 deutsche Könige.
Um den immer größer werdenden Pilgerstrom aufnehmen zu können, wurde der
einschiffige Chor gebaut, der am 600. Todestag Karls des Großen eingeweiht
wurde. Seither beeindruckt das »Glashaus« von Aachen durch seine kühne
Architektur.
Auch heute hat der Aachener Dom nichts von dem Glanz vergangener
Jahrhunderte eingebüßt. Die Aufnahme als erstes deutsches »bau- und
kunstgeschichtliches Ensemble« in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes
stellt dies unter Beweis.
Die Schatzkammer des Aachener Domes zeigt sakrale Kulturschätze aus
spätantiker, karolingischer, ottonischer und staufischer Zeit, darunter das
Lothar-Kreuz, die »Büste Karl des Großen« und der
»Persephone Sarkophag«. Manche Elfenbein- und Goldschmiedearbeiten sind
Schenkungen der in Aachen gekrönten Könige.
Diese einzigartige Sammlung von Kostbarkeiten aus der Geschichte des
Aachener Domes ist einer der bedeutendsten Kirchenschätze Europas.
Allerdings sind viele der ausgestellten Gegenstände zumindest aus der Sicht
aufgeklärten Menschen sehr suspekt und lassen tief in die Machtmechanismen
des Mittelalters blicken.
BRÜHL
Die Schlösser Augustusburg und Falkenlust

Brühl besitzt mit seinen Schlössern Augustusburg und Falkenlust die
wohl bedeutendsten Bauten des Spätbarock und Rokoko im gesamten Rheinland.
Sie wurden zur Zeit des Kurfürsten Clemens-August errichtet.
Die Würdigung durch die UNESCO erfolgte im Jahre 1985, als die Gesamtanlage
in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen wurde.

Die Schloßstadt Brühl kann jährlich rund 4 Mio. Besucher begrüßen! Das hat
seinen Grund: Vor der Türe liegen die Städte Köln und Bonn, die
ausgedehnten Erholungsgebiete der Eifel und des Siebengebirges.

Im Herzen Brühls liegt der fast 40 Hektar große Schloßpark, der mit seinen
vielfarbigen Blumenanlagen und dem ausgedehnten Wald zu geruhsamen und
erholsamen Spaziergängen auffordert. Von breiten Alleen fällt der Blick
immer wieder auf das imposante Schloß Augustusburg - gestern wie heute ein
Treffpunkt von Persönlichkeiten aus aller Weit.
Insbesondere das von Balthasar Neumann konzipierte Treppenhaus
der von 1725 bis 1768 errichteten barocken Residenz genießt Weltruhm.
Am anderen Ende des Parks, dem sogenannten Falkenlustbusch, trifft man auf
das Jagdschloß Falkenlust. Beim Besuch dieses Schlößchens erwacht der
Glanz vergangener Tage, denn mühelos fühlt man sich in eine höfische
Jagdgesellschaft einbezogen.
Köln:
Der Kölner Dom.
Die Städte Trier, Köln, Bonn und Aachen sind zumindest in der deutschen
Geschichte sehr bedeutend. Zu römischen Zeit war Trier die Hauptstadt
nördlich der Alpen, Aachen war Gründungsort des Reiches welches die
Beneluxstaaten, Frankreich und Westdeutschland umfasste. Köln war über lange
Zeit größte Stadt nördlich der Alpen und wenn wir den Zeitraum von 2.000
Jahren betrachten die längste Zeit auch Deutschlands größte Stadt. Bonn
wurde nach dem 2. Weltkrieg Hauptstadt der BRD.
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